Warum ist 30, 40, 50jähriger Whisky so rar?

Zunächst muss er überhaupt erst einmal zum Whisky werden: "Single Malt Scotch Whisky" darf man einen Whisky erst nach mindestens 3jähriger Lagerung in Schottland in einem Eichenfass nennen – vorher ist es einfach nur "spirit".

Die überwiegende Menge der Whisky-Produktion wird für die Herstellung von Blends (z.B. Johnnie Walker, Chivas Regal, etc.) verwendet.

Nur eine sehr begrenzte Anzahl (durchschnittlich 5% !) der produzierten Fässer wird für die Herstellung von Single Malt Whisky zurückbehalten. Diese Fässer lagern dann bis zur Abfüllung oder Veredelung des Whiskies durch ein Rum- oder Port Wood Finish etc.

   Nur wenige Fässer werden so alt

Übliche Reifezeiten für Single Malts sind 10, 12. 18 oder 21 Jahre – längere Reifezeiten sind selten, da regelmäßige Jahrgangsabfüllungen der Whisky-Hersteller ebenso wie der "angels’ share" ihren Tribut zollen und die Bestände im Lauf der Jahre immer weiter reduzieren.

Die Abfüllzeit hängt in der Regel von diversen Faktoren ab:

- der Reife des Whiskies
  (Qualitätsveränderungen aufgrund
  von Fass, Lagerung etc.)

- Nachfrage / Marketing:
  z.B. für bestimmte Abfülljahrgänge
  (Jahr 2000 – Millenium-Abfüllungen)

- Refinanzierungsbedarf:
  letztendlich lagert hier viele Jahre
  ein beachtliches Kapital...

Die höheren Preise für länger gereiften Single Malt erklären sich also leicht mit der Knappheit der verfügbaren Whisky-Mengen sowie dem höheren Finanzierungs- und Handlingsaufwand.

   Hohes Alter = besserer Whisky?

Viele Faktoren – und nicht zuletzt andere Umwelt- und Herstellbedingungen in früheren Jahrzehnten – spielen hier eine Rolle. Allerdings muss ein länger gelagerter Whisky nicht per se "besser" sein als eine jüngere Abfüllung. Auch 7 oder 9jährige Single Malts können bereits hervorragend sein – und müssen durch eine längere Lagerung nicht notwendigerweise an Aroma und Geschmack gewinnen.

Letztendlich ist es eine Frage des persönlichen Geschmacks, welchen Whisky – ob jung oder alt – man bevorzugt. Es empfiehlt sich, diverse Jahrgänge und Alter bei einer Degustation zu probieren.

 

by Thomas Ide

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